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Was sind LUTS – und welche Symptome gehören dazu?

LUTS steht für Lower Urinary Tract Symptoms – zu Deutsch: Symptome des unteren Harntrakts. Der Begriff bezeichnet eine Gruppe von Beschwerden rund ums Wasserlassen, die häufig vorkommen, aber oft jahrelang unerkannt oder unbehandelt bleiben.

Was genau versteht man unter LUTS?

LUTS ist kein Krankheitsname, sondern ein Sammelbegriff. Er beschreibt Beschwerden, die im Bereich der Blase, der Harnröhre oder – bei Männern – der Prostata entstehen können. Die Symptome lassen sich in drei Gruppen einteilen:

Speichersymptome betreffen die Blasenfüllungsphase:

  • Häufiger Harndrang (auch tagsüber)
  • Nächtliches Wasserlassen (Nykturie)
  • Plötzlicher, schwer kontrollierbarer Harndrang (Drangsymptomatik)
  • Ungewollter Urinverlust (Inkontinenz)

Entleerungssymptome treten beim Wasserlassen selbst auf:

  • Abgeschwächter oder unterbrochener Harnstrahl
  • Verzögerter Miktionsbeginn
  • Pressen oder Nachträufeln

Postmiktionssymptome entstehen nach dem Wasserlassen:

  • Gefühl der unvollständigen Blasenentleerung
  • Nachtröpfeln

Nicht jede betroffene Person hat alle dieser Symptome – häufig liegt eine Kombination vor.


Wie häufig sind LUTS?

LUTS sind sehr verbreitet. Schätzungen zufolge sind bei Männern über 50 mehr als die Hälfte in irgendeiner Form betroffen. Mit steigendem Alter nimmt die Häufigkeit zu – LUTS sind jedoch keine zwangsläufige Folge des Alterns und können behandelt werden.


Was verursacht LUTS bei Männern?

Die häufigste Ursache bei Männern ist eine gutartige Vergrößerung der Prostata (benigne Prostatahyperplasie, BPH). Die Prostata umgibt die Harnröhre direkt unterhalb der Blase – wächst sie, kann das den Harnfluss einengen und sowohl Entleerungs- als auch Speichersymptome auslösen.

Daneben können folgende Faktoren eine Rolle spielen:

  • Überaktive Blase (ohne strukturelle Ursache)
  • Blasenmuskelveränderungen durch Alter
  • Neurologische Erkrankungen (z. B. Parkinson, Multiple Sklerose)
  • Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes
  • Lebensstilfaktoren wie Ernährung, Flüssigkeitszufuhr und Bewegungsmangel

Warum sollte man LUTS nicht ignorieren?

LUTS schränken die Lebensqualität erheblich ein – Schlafmangel durch nächtliches Aufstehen, soziale Einschränkungen durch die Angst vor unkontrolliertem Harndrang, oder das allgemeine Gefühl, den eigenen Körper nicht mehr im Griff zu haben. Dennoch suchen viele Betroffene lange keine Hilfe, weil sie die Beschwerden als „normal" oder unvermeidlich einschätzen.

Das ist nicht der Fall. LUTS sind gut untersuchbar und in vielen Fällen durch gezielte Maßnahmen spürbar zu verbessern.


Wie werden LUTS eingeschätzt?

Ein wichtiges Werkzeug zur Einschätzung ist der IPSS-Fragebogen (International Prostate Symptom Score), der den Schweregrad der Symptome standardisiert erfasst. Ergänzend dazu kann ein Miktionstagebuch dabei helfen, Muster zu erkennen – zum Beispiel zu welchen Zeiten der Harndrang besonders stark ist oder wie sich die Trinkmenge auf die Symptome auswirkt.

Beide Instrumente sind Teil des Kranus Lutera Therapieprogramms.

 

Mehr dazu: Was ist der IPSS-Score – und was sagt er über Ihre Beschwerden aus?

Mehr dazu: Was ist das Miktionstagebuch – und warum ist es Teil Ihrer Therapie?


Fazit

LUTS sind häufig, vielfältig – und behandelbar. Wer die eigenen Symptome kennt und einordnen kann, ist besser in der Lage, aktiv an seiner Therapie mitzuwirken und gezielt mit seinem Arzt darüber zu sprechen.